Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

-Sokrates griechischer Philosoph der Antike-

Bereits 400 vor Christus klagte Sokrates über die nächste Generation. Heute im 21. Jahrhundert klingen die Worte anderes, doch die Meinung über die Jugend von heute bleibt dieselbe.

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Miteinander statt gegeneinander. Generationen reichen sich die Hand.                                            Foto: Archiv

Kinder und Jugendliche ecken an. Sie sprechen ihre Gedanken aus und zeigen ihre Gefühle, wann immer sie sich danach fühlen. Eltern, Lehrern und andere Vorbildpersonen halten sie den Spiegel vor die Nase. Noch nicht vollkommen angepasst, brechen 10 bis 20-Jährige aus und tun ihren Kummer, Ärger wie auch ihre Frustration durch Gewaltdelikte, Drogen- und Alkoholkonsum und wechselnde Geschlechtspartner kund. An den Bahnhöfen der Städte kann man Jugendliche beobachten, die provokant mit Alkohol in der Hand, einen Joint rauchen. Werden Sie von Passanten angestarrt, folgt ein lauter beleidigender Spruch. Mit einem Lächeln demolieren sie alles, was ihnen in die Hände fällt, während laute Musik im Hintergrund dröhnt. Es kümmert sie nicht, ob die Gesellschaft sie verachtet. Im Gegenteil die Abneigung von außen schürt ihre Trauer und Wut noch mehr an.

Wohin nur mit solch jungen Menschen, die den Seelenfrieden einer Stadt stören?

Mittlerweile finden sich weltweit in jeder Region Anlaufstellen für Härtefälle dieser Art. In Deutschland bieten die AWO, das Jugendamt, Caritas, psychologische Beratungsstellen oder Internate Hilfe an.
In den meisten Fällen übersteigt der Bedarf die Kapazitäten der sozialen Einrichtungen. Weshalb die meisten ohne Wartelisten nicht mehr auskommen. Hilfe erfolgt dadurch oftmals erst nach 3, 6, 12 Monaten oder gar zwei Jahren.

Wo keine Hilfe passiert, Eltern an Überforderung leiden und Jugendliche in einer inneren Krise stecken, ist das Leben auf der Straße für so manchen jungen Menschen vorprogrammiert.

Wer trägt die Verantwortung für diese kleinen gescheiterten Existenzen und wer hilft ihnen aus ihrer Krise heraus?

Flyer ders Theraterstücks, Ausgerastet, Kalrskaserne, Ludwigsbrug,
Jugendliche rasten aus in der Karlkaserne Ludwigsburg     Foto: kulturwelt-lb.de

In dem Theaterstück „Ausgerastet“, das bis Ende Februar 2018 in der Karlskaserne zu sehen war, gilt das ATT, also Anti-Aggressivitäts-Training als Lösung allen Übels. Sechs Jugendliche sollen dort zur Besinnung kommen bevor sie in den Jugendknast wandern. Wo noch zu Beginn Vorurteile gegen die sechs Straffälligen gehegt wurde, zeigte sich schnell, dass auch in den jungen Tätern eine Opferrolle steckt. Sie alle erfuhren im Elternhaus Missbrauch, Vernachlässigung oder andere Demütigungen. In der Kindheit fehlte es ihnen an Vorbildern. Der eine Elternteil hatte kein Interesse, während der andere Elternteil damit beschäftigt war mittels Drogen oder Alkohol seine Probleme zu verdrängen. Andere Mütter und Väter traumatisierten ihre Kinder mit extremen Leistungsdruck und nahmen ihnen jede Freude am Kind sein. Schließlich zählt für sie nur eines: Erfolg! Eine weitere Art von Eltern kompensiert ihr Liebesdefizit mit ihren Kindern. Keine Sekunde weichen diese Erziehungsberechtigte ihren Sprösslingen zur Seite. So überschütteten sie ihren Sohn oder Tochter mit Liebe und entziehen ihm/ihr dabei jegliche Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit. Die Luft zum Atmen fehlt und somit bekommt das Selbstbewusstsein keine Chance zu wachsen. Wie auch?

Ein Kind das unter Mangel jeglicher Art leidet und dafür noch bestraft oder gemobbt wird, kann nicht anders als ausrasten oder um sich schlagen. Es weiß nicht, wie es sich anders artikulieren kann. Es weiß nicht wie es seinen Gefühlen Raum schenken kann.

Nun, wer also trägt die Verantwortung?
Ist es die Gesellschaft, die jeden Einzelnen prägt und formt? Sind es die Eltern, die das Kind zur Welt brachten oder deren Eltern, die bereits einen Knacks mit sich brachten?

Die Ursache allen Übels in der Familiengeschichte zu finden, gleicht einer Nadelsuche im Heuhaufen. Die Recherche würde sicherlich bis in die Antike zurückreichen, wo bereits Sokrates die Jugend beklagte.

 

Macht es Sinn nach den Verantwortlichen zu suchen oder dürfen Jugendlichen wie auch vorherige Generationen lernen mit ihren Emotionen umzugehen?

Das Leben ist, was das Leben ist eine Summe der vorherigen Handlungen und Entscheidungen. Jede Generation trägt seine Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Was der einen nicht gelingt abzuarbeiten, liegt in der Verantwortung der nächsten Generation. Deshalb dürfen Jung und Alt zusammenfinden und von einander lernen, die Aufgaben des Lebens zu bewältigen.
Die Jugend lernt durch die Erfahrungen der Alten und die Alten wiederum lernen durch die frische Perspektive der Jungen.

Also auf geht’s zu gemeinsamen Unterhaltungen, anstatt gegenseitige Verachtung, oder?

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