Cover des Artikels Black is beautiful, zeigt eine Duneklhäutige Frau, die vor Freude strahlt.
Crazy Society

Black is Beautiful – Kampagne

„Wer als dunkelhäutiger Mensch geboren wird hat es schwer im Leben, sagen die Leute. Wer als dunkelhäutiger Mensch geboren wird kann sich nur schämen.“

Dass eine Kampagne notwendig ist, um braunhäutigen Menschen das Gefühl zu geben wertvoll zu sein, scheint für so manch einen überflüssig. Gerade in Europa können wenige Menschen verstehen weshalb sich „Schwarze“ für ihre Hautfarbe schämen. Schließlich sehnt sich so manches“Bleichgesicht“ nach einem dunklen Teint. So beneiden Hellhäutige Frauen wie Männer für ihre schokoladige Hautfarbe. Doch wer selbst braun, schwarz oder karamell geboren ist versucht alles, um die Farbe loszuwerden.


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Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Nigeria, Südafrika, Togo und Senegal nutzen laut der WHO Bleaching Cremes, die einen weißen Teint versprechen. Der Grund: eine helle Haut verspricht Erfolg, Anziehungskraft, Reichtum und Glück. Das glaubt zumindest die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung. Nun würde der weiße Deutsch sagen: “ Was für ein Scharmn! Eine helle Haut ist doch kein Garant für Erfolg und Attraktivität!“ Allerdings würde hier der Alltag und das Leben widersprechen. Auch wenn immer mehr dunkelhäutige Menschen in die Öffentlichkeit treten und auf Werbeplakaten zu sehen sind, ist die Black Community in den Medien noch immer eine Minderheit. Es schickt sich einfach nicht einen Schwarzen oder eine Schwarze als Hauptdarstellerin einzustellen oder die Werbeanzeigen mit ihren Gesichtern zu füllen. Das würde das breite Publikum nicht reizen, da leider noch immer die Mehrheit der Bevölkerung (Dunkelhäutige miteingeschlossen) mit einer dunklen Hautfarbe Gewalt, Terror, Angst, Betrug und Dummheit assoziieren. 

Betrachtet man die Geschichte ist solches Schubladendenken kein Wunder. In der jüngsten Geschichte erhielten dunkelhäutige Menschen in Filmen und Serien meist die Rolle des dümmlichen Kumpels, der zwiespältigen Freundin, des asozialen Gangsters oder des kaltblütigen Mörders. Keiner wollte einen Schwarzen/eine Schwarze in der Hauptrolle sehen, keiner wollte glauben, dass ein Schwarzer auch Erfolg haben könnte. So war die Allgemeinbevölkerung bis zum letzte Jahrhundert davon überzeugt, ein „schwarzes Gehirn“ sei auf keinen Fall zu komplexen Gedankenstrukturen möglich, wodurch der IQ eines Dunkelhäutigen immer niedriger, als der eines Weißen ausfällt. Noch heute untersuchen zahlreiche Wissenschaftler diese Theorien, um herauszufinden, ob sich Intelligenz an der Hautfarbe bemessen lässt. Sklaverei, Rassismus und die Verachtung braunhäutiger Menschen musste gerechtfertigt werden. Wie konnte man Gräueltaten und Menschenhass am Besten rechtfertigen, wenn es eigentlich keinen Grund gab? Ganz einfach, man nehme das Offensichtliche und vermischen es mit dem Schlimmsten. So wurde aus der dunklen Haut der böse schwarze Mann, der Nachts in die Häuser kommt und die Kinder vergewaltigt und tötet. Schwub hatte man einen Vorwand um Jahrhunderte Unrecht an einer ethnischen Gruppe auszuüben. Ein Vorwand der noch heute Schmerz bei Millionen von Menschen auslöst. 


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„Gemischtrassige“ Kinder leiden häufig unter ihrer Abstammung, vor allem wenn sie in Europa inmitten von hellhäutigen Menschen aufwachsen. Ständig werden sie angestarrt, gefragt, ob man ihr Haar anfassen darf, gemobbt und in die Ecke gedrängt, weil sie andersartig sind. Das nagt an den Kindern, die nicht verstehen können, warum gerade sie anders sein müssen. Schließlich sprechen sie dieselbe Sprache, tragen die gleiche Kleidung und benehmen sie genauso auffällig oder unauffällig, wie auch andere (hellhäutige) Kinder in ihrem Alter. Dennoch zählen sie nicht zu den Deutschen und bekommen den Stempel Afrikaner/Afrikanerin. Spiele wie: „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ geben ihnen das Gefühl böse zu sein, das Wort Nigger verletzt ihre Seele und das ständige ungefragte herumtouchen in ihren Haaren lässt sie wie Tiere im Zoo fühlen. Es sind leichtfältige Handlungen und unbedachte Worte der europäischen Bevölkerung, die in den kleinen dunkelhäutigen Europäern Minderwertigkeitskomplexe auslösen. 

Die Bloggerin und Autorin Rebecca Lina vom Elfenkind Blog beschreibt ihre Erfahrungen als dunkelhäutige Mutter in Berlin wie folgt:


Da ist ein wunderschönes Mädchen mit leuchtenden Augen einer zarten karamellfarbenden Haut und es wird von dummen ,vielleicht unwissenden Kindern in ihrer Schule seit nun einem Jahr ” Kakalena ” genannt ,denn ihr Haut sieht angeblich aus wie… Ich bin erstaunt, dass sich seit meiner Schulzeit nichts geändert hat und wir nach wie vor, von sehr sehr schlichten Menschen umgeben sind, auch an Schulen oder Orten an denen wir es nicht erwarten. Es macht mich traurig, dass selbst heutzutage ein Kind mit einer nicht ganz weißen Haut immer noch mit diesen Dingen kämpfen muss ! Ich wünsche mir, dass mit Worten einfach viel bewusster umgegangen wird damit sie nicht Traurigkeit verbreiten ! Ich bin froh ,dass mein Kind mit einem so guten Selbstbewusstsein gesegnet ist und es ihr kleines Seelenheil nun streift und nicht zutiefst verletzt!


Rebecca Lina vom Elfenkind Blog

Rebecca Lina, ihre Kinder aber auch Millionen andere Mischlings-Kinder bzw. Menschen mit Afro-Abstammung kämpfen um Akzeptanz für ihre Hautfarbe innerlich sowie in ihrer Umwelt. Ein schwerer Kampf der stolze Vorbilder fordert. Doch diese sind in der gebleichten Hollywood-Medienwelt kaum zu finden. Deswegen entwickelte ich die Kampagne „Black is Beautiful„, um der Afro-Gesellschaft zu zeigen, ihr seid toll, großartig und hübsch so, wie ihr seid. Keiner muss sich für sein Aussehen schämen oder es gar ändern wollen. Wir sind alle großartig und wunderschön, ganz gleich ob schwarz, weiß, gelb, rot, karamell, rosa, olive, braun und was es sonst noch alles gibt. Hören wir auf bestimmte ethnische Gruppen zu idealisieren und erkennen wir an, dass jeder seine Vorzüge mit sich bringt. Oder was denkt ihr? 

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Auf dem Instagram-Profil Latifas Braids findet ihr in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten immer wieder kunstvoll designte Bilder von dunkelhäutigen Menschen, welche zeigen, das auch die braune Haut durchaus gesehen werden kann. Außerdem berichte ich in den kommenden Wochen von Frauen und Männer, die ihren Selbsthass ablegten und sich selbst lieben lernten. So bekommt der ein oder andere Tipps an die Hand, um sich selbst ein wenig mehr zu schätzen. Schaut auch auf meiner Foto-Homepage vorbei für Kampagnen-Bilder. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es schon einmal hier.  

Links:

Titelbild zeigt die YouTuberin und geborene Kämpferin Shalom Blac

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