Das Leben eines Strebers ist so gar nicht einfach. Schlimmer noch, es ist schrecklich.

Als wäre es nicht schlimm genug, dass man all seine Zeit ins Lernen, weiterbilden und arbeiten steckt und deshalb soziale Kontakte in den Hintergrund verschwinden, glauben doch alle sie könnten den Streber mit Arbeit überhäufen.


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Voller Ehrgeiz walzt sich ein Streber in seinem Bücher, denn er weiß sein Wissen gleicht seiner Freiheit. Foto: Archiv

 

„Dir fällt das doch Leicht von der Hand und außerdem bist du ja sowieso schon dabei“, heißt es.

Hallo?! Dir ist klar, dass ich für meine Fähigkeiten jeden Tag hart arbeite und nur weil ich gerade FÜR MICH etwas tippe, bedeutet es nicht, dass ich danach nichts zu tun habe! Vielleicht wollte ich ja gerade ins Kino, mich mit Freunden treffen – also denen, die noch geblieben sind – Eis essen gehen oder die aktuellen Erkenntnisse zur Quantenforschung besprechen. Vielleicht aber, wollte ich gerade eine neue Sprache lernen, die Welt bereisen oder mal einfach alle Wörter aus meinem Nachschlagewerk abschreiben. Vielleicht bohre ich auch einfach nur in der Nase. Warum kommt die Menschheit auf die Idee, ich hätte, nachdem ich Stunden, nein Tage, nein Wochen pausenlos gearbeitet habe noch Zeit geschweige denn die Lust, mich noch mit deren Arbeit auseinanderzusetzen?

 

 

Man, ich dachte, im Studium hört das Ganze „kannst du mal“ und „machst du mal“ auf! Ich dachte, da lebt jeder frei und eigenständig und ist tatsächlich in der Lage, sein eigenes Zeugs abzuarbeiten. Pustekuchen, die „Rebellen“ der Grundschule sind einfach älter geworden, die „Tussis“ bewanderter in Beauty und die Streber, na ja, die sind immer noch Streber.

Ja, ich gebe es zu, wir lieben es zu lernen! Wir übernehmen gerne die Aufgaben eines anderen und ja, wir leben die Herausforderungen. Dennoch bedeutet das noch lange nicht, das wir zum Inventar eines Kurses, einer Klasse oder eines Büros gehören oder gar selbstverständlich sind.

Man kann uns nicht einfach hinstellen und benutzen, wann immer man sich gerade dazu lustig fühlt. Da reicht auch kein liebes Dankeschön! Das funktioniert nicht! Oder steht das Wort „Streber“ in Wirklichkeit für menschlicher Roboter, der liegengebliebene unlösbare Aufgaben, in einem utopischen Zeitrahmen löst? Schließlich investiert so ein „Dummer Streber*“– wie Schüler gerne ihre ehrgeizigen Mitschüler nennen – viel Zeit für die Aufgaben der anderen. Ein ganzer Tag ging wieder darauf, „nur“ um einen anderen aus der Patsche zu helfen. Ein ganzer Tag, an dem ich einfach meine Arme hätte ausstrecken können. Ein ganzer Tag, den ich mir missgönnte, indem ich Ja zum Hilfeschrei des Nicht-Strebers sagte. Ich handle tatsächlich, als wäre ich ein auf Überlastung programmierter Roboter. Aber na ja, so ist das nun mal, wenn man die Arschkarte Streber gezogen hat.

 

* An alle, die einen tüchtigen Menschen „Dummen Streber“ nennen: ihr seid selber doof!  Außerdem, stellt der Ausdruck dummer Streber ein Paradox da, also einen Widerspruch in sich selbst.

 

Wie man zum BESTEN STREBER DER WELT WIRD zeigt euch Ah Nice!

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