In den sozialen Medien zeigen wir uns meist von der besten Seite. Wir laden die Augenblicke hoch, die uns glücklich aussehen lassen. Höhepunkte unseres Lebens bilden sich auf den Onlineprofilen ab, doch was ist mit den Momenten an welchen wir am Boden liegen und nicht mehr weiter wissen?


Wenn wir die Profile der erfolgreichen Influencer, Stars und Sternchen betrachten scheint die Welt perfekt. Ihr Leben wirkt vom Glück gesegnet. Es lässt vermuten, dass all diese Menschen von Wut, Trauer, Schmerz und Verzweiflung verschont bleiben und lediglich das Leben von der Sonnenseite kennen. Doch ist das tatsächlich so?

Nein, sicherlich nicht. Das merken wir dann, wenn wir geschockt von der Nachricht eines Klinikaufenthalts, einer Eskapade oder von Drogenkonsum erfahren. Was wir sehen und wahrnehmen hat meist kaum etwas mit der Realität gemein. Denn auch ein voller Geldbeutel, tausende Follower und ein Lächeln im Gesicht sagen noch nichts über den psychischen Zustand eines Menschen aus.

Lächeln kann geübt sein!

Ein Lächeln kann man schnell faken und dank diversen Bildbearbeitungsprogrammen und schauspielerischen Fähigkeiten, kann ein Horrortag durch einen Schnappschuss in ein idyllisches Traumleben verwandelt werden. Der Mensch dahinter bleibt allerdings verborgen.

In einer Zeit wo Coaches durch die Stadien ziehen und einem erklären, wie man sein Leben optimiert, das Positive im Auge behält und mittels Mediation seine innere Mitte findet, scheint es schon verpönt von Traurigkeit und Schmerz zu sprechen. Doch ganz egal wie sehr man seine innere Mitte gefunden hat, steckt das Leben immer wieder voller Überraschungen. Auch jene, die uns nicht unbedingt schmecken und uns zu Boden reisen. Ist man deshalb ein schlechter Mensch, weniger wert oder unglücklich?

Auf keinen Fall! Emotionen gehören zum Leben dazu, auch jene, die wir als negativ bezeichnen. Wut, Trauer, Hass, Schmerz, Verzweiflung, Ohnmacht u.s.w. all das sind Empfindungen, die ihre Berechtigung haben. Sie machen einen nicht unglücklich, sie zeigen nur unsere Grenzen, Verletzlichkeit und letztendlich unsere Menschlichkeit auf. Sie lösen erst dann Unglück oder andauernde Unzufriedenheit aus, wenn wir uns gegen sie wehren oder glauben, dass sie nicht in das Leben eines guten Menschen gehören.

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Es ist okay, am Boden zu sein!   Foto: tCl

Du kannst auch mit deinen schweren Emotionen glücklich sein!

Wie? Indem du sie annimmst. Mach dich nicht verrückt, wenn du dich einmal antriebslos fühlst. Lass dich nicht ausgrenzen, wenn du vor Wut explodieren könntest und schmälere deinen Wert nicht, wenn du in eine Sackgasse gerätst. Es ist vollkommen normal, dass die Gegebenheiten des Lebens an die Substanz gehen.

Behandelt dich jemand respektlos oder verletzt dich, dann ist es dein gutes Recht dich dementsprechend zu fühlen. Hast du dich durch Unwissenheit oder überschwänglichen Emotionen in eine Patt-Situation gebracht, dann ist es nur selbstverständlich, dass du glaubst, am Ende deines Weges angekommen zu sein. Auch andauernde stressige Situationen führen gerne dazu, dass wir Menschen an unsere Grenzen stoßen und nichts weiter wünschen, als unter der Decke zu verkriechen! Das ist vollkommen okay, richtig und gut.

Fühlst du dich antriebslos, wütend oder verletzt schalte einen Gang zurück. Nimm dir die Zeit für dich und lass deinen Ärger Luft. Weißt du nicht mehr weiter, setzte dich mit Freunden, deinem Partner oder deiner Familie zusammen und berichte ihnen von deiner Situation oder nimm dir Zeit dich zu reflektieren. ABER mache dich niemals klein! Rede dir nicht ein wertlos zu sein, nur weil du nicht wie die schillernden Profile gerade vor Freude strahlst und an einem super schönen Hotspot die Welt umarmen könntest. Schenke dir selbst ein Lächeln und sage dir: „Ja ich bin wütend! Ja ich bin verletzt und ja ich weiß absolut nicht mehr weiter! Ich bin am Ende meiner Kräfte, doch ich bin wertvoll, wichtig und habe das Recht so zu fühlen!“

Als Kind haben wir – wenn es uns schlecht ging – oftmals von unseren Eltern oder unserem Umfeld gehört, das wir doch nicht traurig sein müssen. Dass doch alles gut sei und die Wut, Verletzung oder der Schmerz nicht angebracht seien. Damit wollten unsere Familien und Freunde uns meist nur beschützen. Sie wollten das schwere Gefühl von uns nehmen und uns eigentlich damit sagen, dass all diese Emotionen temporär sind, wieder verfliegen und uns nichts anhaben können. Allerdings waren sich die wenigsten Eltern dabei im Klaren, was sie mit diesen Sätzen anrichten.

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Foto: tCl

Ein Kind, das sich bereits traurig, verletzt, wütend oder verärgert fühlt weiß nichts mit solchen Worten anzufangen. Es glaubt, die Gefühle seien schlecht, weil Mama und Papa sagen, dass man sie doch nicht zu haben braucht. So verdrängt es Wut, Angst, Schmerz und Trauer, weil es glaubt, die Emotionen wären nicht angebracht. Es lernt dadurch, dass nur ein glücklicher Mensch richtig sei, anstatt Ventile bzw. Strategien zu entwickeln, die ihm dabei helfen mit seinen schweren Gefühlen umzugehen und diese dann als ebenso richtig anzunehmen.

Wenn wir also in Zukunft wieder vor unserem Handy oder PC sitzen, weinen oder Wut empfinden und dabei das Leben der andern verfolgen, dürfen wir uns an das kleine Kind der Vergangenheit erinnern. Wir dürfen uns sagen, dass jeder seine Pakete mit sich trägt und mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen hat, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so ausschaut. Wir dürfen uns bewusst machen, dass auch wir manchmal Fotos von uns posten, die uns in glücklichen Momenten zeigen, obwohl wir wenige Sekunden, Minuten oder Stunden zuvor noch am Boden lagen. Was für einen selbst gilt, gilt auch in sehr vielen Fällen für andere. Denn auch wenn, jeder Mensch einzigartig ist und seine eigene einzigartige Geschichte trägt, unterscheiden wir uns im Kern kaum voneinander. Wir alle lieben, trauern, lachen, weinen, freuen uns und könnten die Decke einschlagen, wenn wir uns verärgert fühlen. Nur haben wir alle unterschiedliche Arten das auszudrücken und zu Leben.

Mach dich nicht verrückt, nehme an und lebe, denn das ist das wozu du geboren wurdest. Nicht um irgendjemanden etwas zu beweisen oder um ein Abbild deines Internetprofils zu sein, sondern um einfach zu leben.

Peace and Love & Pass auf dich auf.


Hier ein paar Tipps wie du mit deiner Frustration umgehen kannst: 

  1. Der Beitrag: Frustriert geh laufen
  2. WIKI HOW mit Wut umgehen

Meditationen, die dir dabei helfen mit deine Gefühle anzunehmen und zu transformieren. 

  1. Wut, Angst, Sorgen loslassen
  2. Gefühle umwandeln lernen
  3. Ängste loslassen

Mehr zum Thema ehrliches Lachen hier.

Buchtipp, der dich verstehen lässt, dass du gut bist, wie du bist:

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Ratgeber von Matthias Hammer

Viele Menschen sind schnell dabei sich selbst zu sabotieren. Der Grund steckt in unserer Geschichte. Unverständnis, Missachtung, lieblose Familienverhältnisse, traumatische Ereignisse und so weiter führen dazu, dass man sich im erwachsenen Leben im Weg steht. Das muss nicht sein. Wie man zu mehr Selbstliebe gelangt berichtet Matthias Hammer in seinem Buch „Der Feind in meinem Kopf„.

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