„Ihhhh geh weg von mir du Geek. Deine Hosenträger, deine Schuhe! Und warum kann man deine Socken sehen? Kannst du dir keine Hosen leisten, die bis zu den Knöcheln reichen? … Und, was soll dieses Hemd?“

Mode verändert sich ständig. Die Trends wandeln sich schneller, als man sich auf sie einstellen kann. Heute eher, als noch vor 40 Jahren. Man kann als It-Girl/It-Boy zu Bett gehen und als absoluter Niemand aufwachen, weil über Nacht ein neuer, noch besserer, noch stylischer Trend die Welt via Social Media einnimmt. Das passiert schneller, als man schauen kann. Bei dem ständigen schnellen Wandel der „IN“ und „OUTS“ stellt sich die Frage? Warum um alles in der Welt schließen Menschen einander aus, wenn die Kleidung nicht der aktuellen Zeit entspricht? Wenn man nicht den Trends hinterherjagen mag oder einfach gerne so ausschaut wie aus einer anderen Zeit? Warum sind wir manchmal so grausam zueinander und verurteilen das Gegenüber „nur“ wegen eines Kleidungsstils?


Steve Urkle
Steve Urkle fiktiver Charakter

Als ich noch klein – also jung – war, da wärst du mit Teddybären und Tomaten beworfen worden, wenn du wie Steve Urkle in der Schule aufgetaucht wärst. Sein Stil war ein Style, den es zu belächeln galt, aber nicht zu tragen. Hosenträger in Kombination mit einer runden viel zu großen Brille und weißen Tennissocken, die hervorstechen? Not with the kids from the 90`s. So etwas hast du einfach nicht getragen. Dieser Look wurde von den Großen einfach nicht vorgelebt. Heute über 20 Jahre später gilt der einstige Brechreiz auslösende Steve Urkle Style, als Trend mit Zukunftschancen. Hosenträger und Tennissocken scheinen auf einmal das neue “Sexy” zu sein. Wer Hosenträger trägt, ob Mann oder Frau wirkt einfach tough/selbstbewusst und mit dem passenden Blick sogar sexy – zumindest auf mich. Wer hätte das gedacht? Urkle hätte sicherlich nicht vermutet, dass sich einmal eine ganze Generation nach seinem Vorbild kleiden wird und das noch freiwillig. Wer hätte das gedacht, dass die jungen Menschen von heute gerne überdimensionale Brillen und Hosenträger tragen? Dazu auch noch Jeans, welche die Knöchel freilegen und strahlend weiße Tennissocken zeigen.

Der Punkt an der ganzen Sache ist: wir Menschen geben einfach viel zu viel auf Trends. Wir geben viel zu viel auf die Dinge, die wir haben müssen , um so auszusehen, wie wir glauben, dass andere uns sehen wollen. Wir folgen einem Trend – ob er einen tatsächlich zu 100% gefällt sei dahin gestellt – einfach nur um dazuzugehören. Wie sonst könnte man sich den Wahnsinn von ständig wechselnden Straßenbildern erklären? Wie sonst könnte man sich erklären, dass so manche Personen ihre Freunde nach den Trends raussuchen? Nach dem Glaubenssatz: Ich finde dich solange attraktiv, solange, du ausschaust, wie die anderen. Selbstverständlich mit einem kleinem feinen Unterschied, der dich individuell macht.

Natürlich, das Beispiel übertreibt ein wenig, doch ist es nicht so, dass der ein oder andere seine Freunde aber auch Beziehungspartner nach deren äußere Erscheinung wählt. „Trägst du dies oder das, gehörst du zu meiner Gruppe oder wirst zu meinem Freund.“ Als könnte ein Mensch ohne Sinn für Bekleidung keiner sozialen Gruppe beitreten, als hätte man sonst nichts zu bieten außer seinen Sinn für Mode. Nicht umsonst kämpfen Schulen wegen der Frage: Schuluniformen oder nicht? Schließlich erfahren unzählige Kinder täglich weltweit Mobbing, nur wegen ihrer äußern Erscheinung. Man gibt dem Inneren, dem Charakter gar keine Chance – in vielen Fällen.

Schade, denn man verpasst die Chance einen herzlich guten Menschen an seiner Seite zu wissen. Schade, denn man verspasst die Chance selbst zu einem herzlich guten Menschen zu werden. Wer nur den Blick auf aktuelle Trends legt und einen Herzinfarkt bekommt, wenn er/sie den Kleiderschrank anschaut und nur OLD-Fashion darin findet, wird niemals in der Lage sein, wahres Glück zu erleben. Schließlich ist man ständig dabei einem Bild hinterher zu rennen. Einer Erscheinung, die irgendjemand als attraktiv bezeichnete, anstatt sich selbst und alle anderen auch, als die Schönheit zu sehen, die man im Kern ist.

Hosenträger gelten Heute als Must-Haves für stilbewusste Frauen und Männer von Groß bis Klein. Heute! Morgen schaut die Welt ganz anders aus. Da werden sicherlich andere Dingen, die wir einst verabscheuten wegen hoher Beliebtheit ausverkauft sein.

… Vielleicht, aber auch nur vielleicht – sofern wir das wollen – sehen wir, dass der Geschmack sich genauso schnell verändern kann wie das Wetter und die menschlichen Werte. Dass ein Trend, keine Person macht und das Schwimmen im Strom der Individualität zum Verhängnis werden kann.

Titelbildfoto: Levi Stocke

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