Ich brauche deine Hilfe nicht! Lass mich in Ruhe! Ich kann das alleine und du nicht!

 

“Habe ich dich nicht jederzeit unterstützt, wenn d etwas gebraucht hast? War ich nicht immer für dich da, sofern es mir in meiner Macht stand? Jetzt steht du vor mir mit Augen voller Wut und klagst mich an. Ich hätte nicht genug für dich getan – wirfst du mir vor. Ich hätte dich in Trauerzeiten alleine gelassen. Nun gibst du mir die Schuld, für die versäumte Hilfe, die du damals ausgeschlagen hattest. Wo war ich, als du vor Lastern kaum gehen konntest, deinen Boden untern den Füßen verlorst und in dich zusammenbrachst? Wo war ich?

Glaube mir, ich wäre gerne an deiner Seite gestanden. Ich hätte deine Tränen aufgewischt, deine Hand gehalten und mit dir den Schmerz erträglich gemacht. Doch du wolltest nicht. Du wolltest dein Leben alleine schaffen. Warum also kreidest du mich an? Warum also stößt du mich so voller Hass ab?”


 

Heute Nacht träumte ich von einer hitzigen Diskussion mit meinen Nachbarn. Sie verlangten etwas von mir, das ich unmöglich leisten konnte. Also lehnte ich ab, mit der Begründung, dass sie viel zu viel von den Menschen um sich herum erwarteten. Ich sprach die Worte mit Groll und Verachtung in meiner Stimme, sodass ihre darauf folgende Reaktion kein Wunder für mich darstellen sollte. 

Word -Fight, Spruch und Zitat
Zitat und Design: Latifa Warrelmann

 

“Wir haben dir immer geholfen! Was auch immer du brauchtest, wir waren für dich da! Jetzt bitten wir um deine Hilfe und du lässt uns kalt mit Verachtung im Regen stehen! Komm nie wieder an und bitte um irgendwas. Komm nie wieder an und verlange nach unserem Rat”, entgegneten sie auf meine ablehnenden Worte.

Ihr Aussagen machten mich im Traum rasend. Wie konnten sie so etwas z mir sagen. Wo ich es doch war, die keine Gelegenheit ausließ, um ihnen etwas Gutes zu tun. Waren Lebensmittel über oder hatte ich einfach zu viel eingekauft sowie hergestellt, dann waren sie die Ersten, an die ich dachte. Ich gab ihnen alles, was ich konnte, um ihnen einen Stütze z sein. Hörte zu, wann immer mein Kopf dafür frei war und bat im Gebet um ihr Seelenheil. Nur will sie sich von meinen Worten gekränkt fühlten, mussten sie doch nicht so tun, als sei ich der asozialste Mensch auf Erden. Meine Wut ließ sich nicht mehr zügeln. Sie hatten zurückgeschlagen und direkt ins Schwarze getroffen. 

Sie weckten den Dämon in mir, der Teil der bereit war Herzen zu zerschmettern. Ein Teil in mir, – so dunkel -der bereit war sie aufs Grundlegende zu verletzen. Also feuerte ich erneut. Ich nutzte meine Empathie, um ihre Schwachpunkte zu filtern, packte sie, holte sie and die Oberfläche und verursachte am Ende meiner Hassreden ein Loch in ihren Herzen.  Ein Loch entstanden durch Worte des Angriffs, die ihnen zu verstehen gaben, dass es besser sei, sie würden sich auf der Stelle das Leben nehmen, als noch einen weitern Atemzug ihren Körpern zu schenken. Kalt drehte ich mich um und hinterließ geschockte, verzweifelnde und verletzte Gesichter. Emotionslos betrat ich meine Wohnung und verschloss die Tür hinter mir, mit dem Gefühl ihnen gegeben zu haben, wonach sie verlangten und letztendlich auch verdienten. 

So stand ich da an der Tür, als plötzlich mein Geist aus meinem Körper fuhr. Ich stand mir gegenüber und bekam die Gelegenheit mir für einen kurzen Augenblick tief in die Augen zu sehen. Sie regten sic nicht. Sie zeigten kein Funken von Leben. Alles, was sich in ihnen befand, war blanker leerer Hass, der durch falschen Stolz und tiefen Verletzungen entstand.

Mein Geist schauderte beim Anblick meiner Selbst. Die Kälte hatte mein Herz eingenommen und war bereit alles zu verschlucken, was sich ihr in den Weg stellte. Alles, was mich daran erinnerte selbst einmal Mensch gewesen zu sein. Mein Geist begann zu weinen. Ich hatte aufgegeben. Ich hatte mich selbst aufgegeben. Mit meiner durchsichtigen Hand griff ich nach meinem kaum schlagenden Herzen in meinem so eiskalten Körper. Ich wollte es mit der Liebe meines Geistes heilen, von seinen Lastern befreien und wieder zum schlagen bringen. Doch bevor ich die Energie der Liebe in mein Herz strömen konnte, wachte ich auf mit dem Gefühl mich selbst verloren zu haben. 

 

 

Spruch, Zitate, Lebensweisheiten
Zitat und Design: Latifa Warrelmann

 

 

Mit zunehmenden Verletzungen in der Kindheit & Jugend kam ich zu dem Entschluss, dass ich alleine besser dran wäre und bin, als mit anderen Menschen an meiner Seite. Ich hatte geglaubt, dass mir nie ein Mensch begegnen würde, der es aufrichtig mit mir meint und seinen Groll nicht nach einer gewissen Zeit an mit ausließ. Ich fürchtete mich so sehr darum Hilfe anzunehmen geschweige denn danach zu bitten, das ich kaum Beziehungen einging. Ich hatte Angst, denn ich glaubte, das man irgendwann meine Schwachen Momente um die Ohren schlug, mich demütigte und klein hielt. Schließlich war ich es gewohnt, dass man mir meine Schwäche vorhielt, um mir zu signalisieren: Ohne ich bist du sowieso ein Niemand, ohne mich bleibst du wertlos. Ich war lange von Menschen umgeben, die sich selbst, ihre Umwelt und das Gute im Leben aufgaben und mit der Menschlichkeit anderer spielten. Kein Wunder, schließlich waren sie von ihrer eigenen Menschlichkeit so weit entfernt, dass sie nicht anders konnten, als die eines anderen an sich zu reißen oder zu zerstören. Hilfe gab es nur auf Gegenleistung, die mindestens genauso viel wiegen musste. Konntest du keine ebenbürtige Gegenleistung erbringen, wurdest du fallen gelassen und musstest weiter alleine am Boden kriechen. Auch, wenn man die weiterhin von oben herab mit falscher Engelszunge versicherte, wie sehr man dich doch liebte und das alles zu deinem Wohle tat. 

Wie jeder Mensch lernte auch ich aus den Verhaltensweisen meiner Nahestehenden. Ich verinnerlichte in mir den Glaubenssatz, dass ich erst um Hilfe bitten könnte, wenn ich etwas Vergleichbares in Petto hätte, das ich meinem Gegenüber geben könnte. Da ich dummerweise glaubte permanent im Mangel zu leben und nicht wertvoll zu sein, glaubte ich nie genug zu besitzen, um jemanden um Hilfe bitten zu können. 

So erledigte ich meine Aufgaben stets alleine, ließ niemanden an mich heran und koch so viele unnötige Male mit aufgeschürften Knien alleine zu meinem Ziel auf dem Boden herum. Schließlich war es doch mein Leben, meine Erwartungen, meine Ziele und meine Verantwortung. Warum sollte jemand dafür SEINE Zeit, Kraft und Mühen opfern? Ich musste mich selbst um meine Pakte kümmern – so dachte ich.

Immer wieder kamen Menschen auf meinem Weg vorbei, die liebevoll und aufrichtig mir gegenüber standen. Sie wollten mich unterstützen, für mich da sein. Sie hatten bereits verstanden, dass jeder Einzelne nur so stark wie der Schwächste ist. Dass, wir Menschen sowie das restliche Leben, alles miteinander verbunden ist und wir nur dann wachsen können, wenn Liebe & Hilfsbereitschaft unsere Herzen füllt. Sie sprachen auf mich ein, baten mir ihre Hand an, sodass mein Weg sich einfacher gestaltet. Sie wollten da sein, sie wollten heilen. Ich allerdings lehnte ab. Ich hatte nichts, was ich ihnen geben konnte. Ich hatte nichts, was ihre Hilfe ausglich. Trauer und Wut überkam mich. Warum war mein Sein so voller Elend? Warum war ich so stolz und schwach? Dachte ich während sie noch immer mit offenen Armen vor mir Standen und mich aus dem Sumpf tragen wollten. Ein Gedanke nach dem anderen geisterte in meinem Kopf herum. Lehne ich ihre Hilfe ab – so wusste ich – musste ich noch ewig blutend auf den Knien laufen. Doch angelernte Muster blieben angelernte Muster. So lehnte ich voller Mistrauen, Angst und Kälte ab. Ich feuerte mit bösen Zungen, sodass sie es ja nicht wagten mir auch nur einen Schritt zu helfen… … Und verletzte sie. Ich verletzte jene, die nur Gutes wollten, weil ich glaubte, dass es nichts Gutes gab. Dieses Verhalten machte mich kalt und einsam. Ich konnte es erst dann ablegen, als mir Menschen begegneten, die noch schlimmer litten, als ich es tat. Ich sah sie leiden und in mir begann das einstige Licht aufzuflammen. Ich wollte ihnen eine ehrliche Stütze sein und erkannte durch die Hilfe, dich ich leistete, dass wir gar nicht alleine sind. Das es wunderschön war jemanden wachsen zu sehen und das alleine Gegenleistung genug war. So verstand ich, dass wir Menschen ohne die anderen untergehen. Weil eben jeder Stärken und Schwächen in sich trägt. Genau hier liegt der Punkt. 

Lediglich die Stärke eines anderen kann die eigene Schwäche ausgleichen. Selten ist der Mensch in der Lage seine eigenen Schwächen voll und ganz alleine auszugleichen. Wenn du also nach Hilfe rufst, fürchte dich nicht sie anzunehmen. Genauso laufe nicht davon, wenn an dich um Hilfe bittet. Schmeiß weg dein “Hilfe-Konto”, das du führst, um aufzulisten, was du bereits getan hast und was dir ein anderer alles schuldig ist. Denn davon laufen, nicht annehmen zu können und ewig an Altem festhalten zu wollen macht dich nur zu einem kalten Bedürftigen Menschen, der niemals in den Genuss der reinen aufrichtigen Menschlichkeit kommen wird, oder was denkst du? 

 
Peace, Love and Respect to all of us. 

 

 

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