Für die Serie „MomTeen“ erzählt Tiffany M. ihre Geschichte.
The CrazyLife Magazine interviewt vier junge Frauen auf der Bärenwiese. Sie teilen sich eine Gemeinsamkeit: junge Mutterschaft. Sie gehen mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, um mit dem Mythos der dummen, asozialen, naiven jungen Mütter aufzuräumen!

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Ihre Tochter lebt in ihrem Herzen. Manchmal braucht es Zeit um zu verstehen, worauf es im Leben ankommt.  Foto: tCL

Tiffany M., die dritte in der „MomTeen“-Runde stammt aus Schwaigern West. Sie bekam ihre Tochter im Alter von 16 Jahren. Damals lebte sie noch in einer Mutter-Kind-Einrichtung. Tiffany fühlte sich durch die strengen Regeln der katholischen Einrichtung für junge Mütter eingeengt. Dieses Gefühl wuchs mit der Geburt ihrer Tochter Leonie. Verantwortung hier, Struktur da, einen solchen Tagesablauf war die damals 16-Jährige nicht gewohnt. Zu Hause achtete keiner auf sie. Die Depressionen trieben ihre Mutter ins Bett und der Vater, war nie da. Schon von klein auf richtete sie ihren Alltag nach ihren Bedürfnissen aus. Ihre Tochter und die Einrichtung überforderten Tiffany. Sie liebte das kleine Baby, doch noch mehr liebe sie ihre Freiheit, Freunde und Partys, die sie gewohnt war. Natürlich spiegelte sich diese Neigung in ihrem Verhalten wieder, auch wenn sie aus ihren Augen das Beste tat, um eine gute Mutter zu sein.

Als ihre Tochter im Alter von sechs Monaten zu weinen beginnt und sich nicht wieder beruhigen lässt, schaltet sich der Kopf der jungen Mutter aus. Noch vom vorherigen Tag gereizt, schnappt sie ein Kissen und drückt es auf den Kopf ihrer Tochter. Ob eine Sekunde oder zwei, vielleicht auch ein paar mehr weiß Tiffany nicht mehr. Geschockt von ihrem Handeln informiert sie ihre Betreuerin. Das Baby sollte aufhören zu schreien, es sollte aufhören sie zu nerven, doch so weit wollte Tiffany M. nicht gehen. Die Einrichtung versprach ihr, sie mehr zu unterstützen, im Gegenzug muss sie sich an die Regeln halten. Ein paar Wochen ja sogar Monate, schien Tiffany ihre Rolle als junge Mutter akzeptiert zu haben. Sie erschien an den vereinbarten Zeiten, hielt, absprachen ein und freute sich sogar Zeit mit ihrer Tochter zu verbringen, bis ein neues Handy auf dem Markt erschien.

Das Smartphone lockte sie, mit diesem Handy würde sie an Beliebtheit gewinnen. Sie musste es unbedingt besitzen. Da Geld eine Mangelware in Tiffanys Leben war, entschloss sie sich kurzerhand, ein Mobilfunkvertrag über die Mutter-Kind-Einrichtung abzuschließen. Keine sonderlich gute Idee, dachte sich die Leitung und zwang Tiffany zu einer Entscheidung. Das Handy oder ihre Tochter. Den Grund versteht Tiffany bis heute nicht, doch sie entschied sich für ihr Handy und legte somit das Leben ihrer Tochter in die Arme einer Pflegefamilie. Damals, also vor neun Jahren, hielt sie diese Wahl für dies Beste. Heute bereut die junge Mutter ihre Entscheidung. Vergeblich wünscht sie sich, ihrer kleine Leonie selbst großzuziehen.

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