Typisch Frau, typisch Mann, gibt´s das noch?

„Mama meine neue Lieblingsfarbe nennt sich NEONPINK! Ich möchte ein neonpinkes Zimmer, neonpinke Möbel und eine neonpinke Decke.“

„Okay! Interessant! Zu viel Pink wird dein Auge überfordern. Du wirst unruhig und kannst nicht schlafen. Misch doch etwas weiß oder schwarz dazu, so wirkt das Neonpink nicht erdrückend. Wie kommst du eigentlich auf Neonpink? Du weißt schon, dass Pink gerne Mädchen wählen?“

„Mama, es gibt keine Mädchen-und Jungen-Farben! Pink kann jeder mögen und außerdem ist meine neu Lieblingsfarbe Neonpink – das ist was ganz anderes. Früher haben Männer auch Pink getragen und Frauen blau, also kann ich das auch. Ich bin gespannt, was Joshua zu meinem neuem Zimmer sagen wird…“

 

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Die Farben interessieren sich nicht für das Geschlecht! Foto: Archiv

In meiner Teenager Zeit galt ganz klar: Mädchen fahren auf Pink ab und Jungs auf Blau. Da gab es keine Diskussion, das war einfach so. Heute allerdings herrschen andere Gesetze.

„Es existieren keine reinen Mädchen oder Jungen Farben“, sagte mein zehn Jähriger Sohn, der in einem Kurs Neonpink für sich entdeckte. Als er seinen Standpunkt so selbstbewusst vertrat, geriet ich ins Nachdenken. Er liegt im Recht, die Farben interessieren sich nicht für Geschlechter. Sie existieren und sprechen den einen mehr den anderen weniger an.
Warum beschreibt der Lüscher-Farbtest entwickelt vom Schweizer Psychologe und Philosoph Max Lüscher. Nach den Untersuchungen Lüschers lassen Farben Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Menschen schließen, weniger auf sein Geschlecht. Sie stehen für Seins-Zustände wie: Vitalität, Nachdenklichkeit, Entfaltung, Würde, Kritiklosigkeit, Zwang, Einfallslosigkeit und Distanz. Also nicht für ein Geschlecht.
Interessant, den mit zunehmenden Erkenntnissen der Wissenschaft in Sachen menschliche Psyche, lösen sich Stereotypen und Rollenbilder auf.

Die Persönlichkeit unterscheidet den Menschen, nicht etwa sein Geschlecht.

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Der britische Popsänger postet auf seinem Instagramprofil ein Bild seiner modernen Frisur.
Foto: Zayn-Malik Instagram

Diese Annahme spiegelt sich in der Gesellschaft wieder. Männer der Moderne scheuen sich nicht davor, sich in der Öffentlichkeit zu schminken. Fußballstars und Musiker peppen ihr Haar durch pinke Strähnchen auf und der „Ehemann von heute“ trägt sein Kind cool in einem Babytragetuch. Frauen hingegen sieht man in Hosenträger-Hosen, die hundert Jahre zuvor Männer im Handwerk trugen. Die moderne Frau bleibt selten in schlabbriger Kleidung, wartend auf ihren Mann zu Hause. Im Gegenteil, nach der Geburt, nein bereits während der Schwangerschaft besucht die „Frau von Heute“ Fitnessstudios und geht in einem körperbetonten Outfit ihrem Business nach – zumindest auf Instagram.

Die Zeiten wandeln sich.

Zwanzig Jahre zuvor galten Jungen, die Neonpink mochten, als schwul. Man glaubte, dass irgendwas nicht mit ihnen stimmt. Ein Mann, der freiwillig Elternzeit nahm, erntete Spott und eine Frau, die Karriere dem Haushalt und der Kindererziehung vorzog, als Rabenmutter.

Heute verschiebt sich der Norm. Die Ansichten drehen sich, sodass ein Junge frei und stolz verkündet: Ich liebe Neonpink!

 

Steh zu deiner „Feministischen“ Seite sagt auch Donna Stevens mit ihren Portraits aus.

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