Zwischen zwei Welten leben auch Russland-Deutsche. Schon seit hunderten Jahren wandern Deutsche nach Russland aus und kehren in die alte Heimat zurück. Sie selbst sehen sich weder als Deutsche noch als Russen. Eher eine Mischung der beiden Kulturen.

 

 

Mit zehn Jahren reist Christina M. in Deutschland ein. Von Ludwigsburg nach Rastatt, in ein Wohnheim für Menschen in einer ähnlichen Situation. Von dort an geht es wieder zurück nach Ludwigsburg. Schon die Einreise in die neue Heimat erweist sich als Geduldsprobe. Natürlich, schließlich handelt es sich hierbei um Bürokratie. Zwei Jahre warten Christina, ihre Mutter mit Deutscher Abstammung und ihr russischer Vater auf die Einreisegenehmigung.

Darf Christina mit ihrer Familie nach Deutschland einreisen oder nicht?

Sie dürfen! Mit der Bestätigung der Behörden fing das Abenteuer Deutschland an. Zunächst verkauft die Familie ihr komplettes Hab und Gut, um nur mit dem nötigsten zu reisen. Nach dem Aufenthalt im Wohnheim passieren die Erlebnisse im Zeitraffer.

Christina erhält die deutsche Staatsbürgerschaft und nimmt diese voll und ganz an. In kürzester Zeit lernt sie ehrgeizig die deutsche Sprache. Sie weiß schon als junges Mädchen: Integration passiert durch Kommunikation. Ihre Eltern unterstützen sie tatkräftig mit der neuen Lebenssituation. Nur wer es schafft, sich mitzuteilen, erhält Beachtung von seiner Umwelt. Also passte sie sich an, machte sich mit den Gepflogenheiten vertraut und genoss die Eigenschaften einer Deutschen.

Hier legen die Menschen Wert auf Sicherheit und Ordnung. In Deutschland achten die Leute aufeinander. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, doch der Großteil hält sich an die deutschen Werte. Das beruhigt Christina und schenkt ihr Freiheit, sich nach ihren Wünschen zu entfalten. „In meinem Heimatland liegt die Arbeitslosenquote sehr hoch. Wohnraum ist auch kaum vorhanden“, erzählt Christina in einem Interview.

Dankbar für die deutschen Tugenden.

Ich hatte niemals das Gefühl nicht willkommen zu sein. Meine Familie und ich wurden sehr gut angenommen. Auch von den Schülern, die mich als Zehnjährige unterstützten“, schwärmt Christina.

Die Jahre der Jugend sind vorbei. Das funkelnde, schnelle Deutschland mit seinen zahlreichen Angeboten und Möglichkeit, bereits Gewohnheit. Aus der neugierigen Kasachin ohne Deutschkenntnisse entwickelte sich eine selbstbewusste junge Mutter, die im Alltag perfekt, die Rolle der Deutschen auslebt. Auf Hochzeiten, Feierlichkeiten und bei der Fußballweltmeisterschaft, die die Russin in ihr, in Aktion. Dann kommt die warme herzliche Seite zum Vorschein, welche Umschlungen von Familie und Freunde die Nacht durch tanzt. In Kasachstan lernte Christina jeden Menschen mit Offenheit zu begegnen. Kein Wunder, denn der muslimisch geprägte Binnenstaat beherbergt insgesamt 50 ethnische Gruppen – Multikulti vor den Grenzen Russlands.

Im Alltag die Deutsche, bei Familie & Freunde die Russin und denkt sie schneller, als sie spricht, dann erscheint die Russland-Deutsche. Denn, dann vermischen sich die Kulturen in ihrem Kopf und bilden Sätze aus russischen als auch deutschen Worten.

Das bedeutet Russland für Christina: klicke auf das Video.

 

 

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